Barrierefreiheitslinks Zum Hauptinhalt springen

Mit der Schleifenimpedanz Überstrom-Schutzeinrichtungen einfach prüfen

Im Blog der GP Prüfservice GmbH gehen unsere Experten regelmäßig auf Fragen zu Elektromotoren und Elektrischen Anlagen ein und erklären Fachbegriffe. Hier widmen wir uns dem Thema, wie man mit der Schleifenimpedanz Überstrom-Schutzeinrichtungen einfach prüfen kann. Und wir beantworten die häufig gestellte Frage, ob man die Schleifenimpedanz mit einem Multimeter messen kann.

Weiterlesen

Im Blog der GP Prüfservice GmbH gehen unsere Experten regelmäßig auf Fragen zu Elektromotoren und Elektrischen Anlagen ein und erklären Fachbegriffe. Hier widmen wir uns dem Thema, wie man mit der Schleifenimpedanz Überstrom-Schutzeinrichtungen einfach prüfen kann. Und wir beantworten die häufig gestellte Frage, ob man die Schleifenimpedanz mit einem Multimeter messen kann.

Inhalt dieses Artikels

  • Wozu dient die Messung der Schleifenimpedanz
  • Relevante Normen für die Bestimmung der Schleifenimpedanz
  • Mess- und Prüfgeräte: Kann ich die Schleifenimpedanz mit einem Multimeter messen?
  • Der Einfluss der Netzform nach DIN VDE 0100 auf die Schleifenimpedanz
  • Wie berechnet man die Schleifenimpedanz?

Fragen zur Prüfung von Elektroprüfung? Jetzt beraten lassen!

Bei der Berechnung von Wechselströmen ist die Impedanz das Gegenstück zum Ohm’schen Widerstand in Gleichstromnetzen. Dem Begriff Schleifenimpedanz begegnen Sie besonders bei der Auslegung und Prüfung von Überstrom-Schutzeinrichtungen. Er bezeichnet hier den gesamten Wechselstromwiderstand der Stromschleife, die bei einem Isolationsfehler von einem Außenleiter über den Schutzleiter und den damit verbundenen Körper zurück zum Außenleiter führt.

Lassen Sie vom Experten prüfen

Die GP Prüfservice GmbH hat mehr als 50 Jahre Erfahrung mit Elektromotoren und der Prüfung von elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln. Lassen Sie sich noch heute unverbindlich beraten.

Wozu dient die Messung der Schleifenimpedanz?

Die praktische Bedeutung der Schleifenimpedanz (ZS) im Zusammenhang mit Überstrom-Schutzeinrichtungen liegt darin, dass eine bestimmte Mindeststromstärke erforderlich ist, um eine ausreichend schnelle Aktivierung des Schutzschalters zu gewährleisten. Der Kurzschlussstrom selbst ist im Allgemeinen nur sehr aufwändig zu ermitteln. Die Messung der Schleifenimpedanz, von der er abhängt, ist dagegen einfach. Sie darf zum Beispiel für einen Leitungsschutzschalter mit Charakteristik B gemäß DIN VDE 0641 in einem 230 V Wechselstromkreis mit einer Bemessungsstromstärke von 16 A den Wert 2,88 Ω nicht überschreiten.

Relevante Normen für die Bestimmung der Schleifenimpedanz

Für die Ermittlung der Schleifenimpedanz ist zunächst der Normensatz DIN VDE 100 zu berücksichtigen, der sich mit der Errichtung von Niederspannungseinrichtungen bis 1000 V Wechselstrom respektive 1500 V Gleichstrom befasst. Interessant ist besonders die Gruppe 400 “Schutzmaßnahmen” und darin die Norm DIN VDE 0100-430 “Schutz von Kabeln und Leitungen bei Überstrom.

Weitere wichtige Informationen und Definitionen finden Sie in der Norm DIN VDE 0413, die sich mit den Baubestimmungen für Prüfgeräte befasst, wie sie auch für die Schleifenimpedanzmessung verwendet werden, beispielsweise in DIN VDE 0413 Teil 4 mit den Anforderungen an Messgeräte sowie in Teil 3 mit den zulässigen Gebrauchsfehlern.

Richtlinien für die Gestaltung von haushaltsüblichen Leitungsschutzschaltern finden Sie in der Norm DIN VDE 0641. Die Norm DIN VDE 0660 wiederum befasst sich in ihren Teilen mit Schaltgeräten und ihren Kombinationen.

Der Einfluss der Netzform nach DIN VDE 0100 auf die Schleifenimpedanz

Die relevanten Vorschriften und Normen lassen hinsichtlich der Erdung mehrere Schaltungsvarianten zu. Diese sind durch Buchstabenkombinationen gekennzeichnet. Die erste Stelle beschreibt die Erdung der Stromquelle. Hier steht entweder ein T, wenn an einem Punkt eine direkte Erdverbindung besteht, oder ein I, falls alle aktiven Teile vom Erdpotential isoliert sind oder nur eine Verbindung über eine Impedanz vorhanden ist.

Eine zweite Stelle kennzeichnet die Erdung des Körpers der elektrischen Anlage. Auch hier weist ein T auf eine direkte Erdung eines Punktes hin, unabhängig von der Erdung der Stromquelle. Bei TN-Systemen erfolgt die Erdung dagegen über einen Betriebserder, der seinerseits unmittelbar mit Erde verbunden ist.

Für die Bestimmung der Schleifenimpedanz ist ein optionaler Zusatzbuchstabe interessant, der gegebenenfalls mit einem Bindestrich angehängt wird. Er gibt Auskunft über die Verwendung von Neutral- (N) und Schutzleitern (PE). Diese sind in einem TN-C Netz zu einem PEN-Leiter kombiniert. Während Sie die Schleifenimpedanz normalerweise zwischen Außen- (L) und Schutzleiter, getrennt vom Neutralleiter messen, ist der zweite Messpunkt für die Schleifenimpedanz in einer solchen Netz-Konstellation der PEN-Leiter.

Mess- und Prüfgeräte: Kann ich die Schleifenimpedanz mit einem Multimeter messen?

Eine häufig gestellte Frage im Zusammenhang mit der Schleifenimpedanz lautet:

Frage: Kann ich die Schleifenimpedanz mit einem Multimeter messen?

Antwort: Nein. Für die Schleifenimpedanzmessung sind spezielle Prüfgeräte erforderlich.

Für die Begründung müssen wir ein bisschen ausholen: Das Bestimmen von Messgrößen, die zur Ermittlung der Schleifenimpedanz und anderer Kenngrößen von Niederspannungseinrichtungen erforderlich sind, gehört zwar prinzipiell zum Funktionsumfang handelsüblicher Vielfachmessgeräte, der so genannten Multimeter. Insbesondere die für den mobilen Einsatz besonders geeigneten Handmultimeter sind aber oft nicht ausreichend leistungsfähig.

Digitalmultimeter können zum Beispiel die für eine korrekte Ermittlung der Schleifenimpedanz nötige Stromstärke bei der Widerstandsmessung nicht bereitstellen. Sie entsprechen daher nicht den in DIN VDE 0413 Teil 4 festgelegten Anforderungen und sind deshalb nicht geeignet.

Anforderungen an Mess- und Prüfgeräte

Die Messspannung muss zwischen 4 und 24 V liegen. Die Messströme müssen mindestens 0,2 A bei Gleichstrom beziehungsweise mindestens 5 A bei Wechselstrom betragen.

Für die Schleifenimpedanzmessung und andere Installationsprüfungen sind daher in der Regel spezielle Prüfgeräte erforderlich, die im Handel als Schleifenwiderstandsmessgerät geführt werden. Solche Installationstester bieten meist den zusätzlichen Vorteil, dass sie die Erstellung der geforderten Prüfprotokolle unterstützen, zum Beispiel durch entsprechende Speichermöglichkeiten. Da die Schleifenwiderstandsmessgeräte im Vergleich zu einem Multimeter recht teuer sind, ist vor allem für kleinere Unternehmen das Outsourcing der erforderlichen Prüfungen meist die bessere Lösung. Die GP Prüfservice GmbH unterbreitet Ihnen gerne ein Angebot.

 

Wie berechnet man die Schleifenimpedanz?

Nachdem wir nun die Bedeutung, die Vorschriften und die Anforderungen an Messgeräte behandelt haben, bleibt die Frage, wie die Schleifenimpedanz eigentlich berechnet wird. Die Schleifenimpedanz ZS können Sie aus der Messspannung und dem Messstrom zwischen einem Außenleiter und dem Schutzleiter ermitteln, beziehungsweise dem PEN-Leiter in einem TN-C System. Die Berechnung erfolgt nach der Gleichung ZS = U0 / Ia, wobei U0 die Nennspannung bezeichnet (seit 1987 230 V einphasig / 400 V dreiphasig) und Ia den Abschaltstrom.

Für Leitungsschutzschalter der Charakteristik B nach DIN VDE 0641 ist Ia mit dem Fünffachen der Nennstromstärke IN der Schutzeinrichtung anzusetzen, für Leitungsschutzschalter mit Charakteristik C mit dem Zehnfachen. Daraus ergeben sich für Leitungsschutzschalter mit Charakteristik B im 230 V Netz beispielsweise maximal zulässige Werte für die Schleifenimpedanz von:

  • 7,3 Ω bei IN = 6 A
  • 4,6 Ω bei IN = 10 A
  • 2,88 Ω bei IN = 16 A
  • 2,3 Ω bei IN = 20 A
  • 1,84 Ω bei IN = 25 A
  • 1,44 Ω bei IN = 32 A

Nach der 2007 aktualisierten Fassung ist bei der Ermittlung der Schleifenimpedanz zusätzlich der Anstieg zu berücksichtigen, der sich durch die Erwärmung der Leiter im Fehlerfall ergibt. Aus diesem Grund ist der zunächst ermittelte Wert der Schleifenimpedanz mit dem Faktor 2/3 zu korrigieren. Die Beispieltabelle stellt sich dann wie folgt dar:

  • 4,87 Ω bei IN = 6 A
  • 3,07 Ω bei IN = 10 A
  • 1,92 Ω bei IN = 16 A
  • 1,53 Ω bei IN = 20 A
  • 1,23 Ω bei IN = 25 A
  • 0,96 Ω bei IN = 32 A

Darüber hinaus sind gegebenenfalls weitere Korrekturen für den Gebrauchsfehler der Prüfgeräte einzurechnen, die nach DIN VDE 0413 Teil 3 mit 30 % anzusetzen sind. Der tatsächliche Strom kann daher in einem Bereich zwischen -23 und +43 % vom gemessenen abweichen.

Was ist bei der Prüfung der Schleifenimpedanz zu beachten?

Die Schleifenimpedanz schließt neben den Impedanzen der Außen- und Schutz- beziehungsweise PEN-Leiter auch den Wechselstromwiderstand der Stromquelle ein. Die Genauigkeit der Schleifenimpedanz-Messung hängt von der Spannungskonstanz während des Messvorgangs ab. Bei Auslösezeiten, die entsprechend der Norm, abhängig von den Eigenschaften des jeweiligen Schaltkreises 0,2, 0,4 oder 5 Sekunden betragen dürfen, ist eine Kontrolle der Messergebnisse durch Mehrfachmessungen zu empfehlen.

Werden die geforderten Werte der Schleifenimpedanz bei der Prüfung der Elektroinstallation nicht erreicht, dann können Sie die Wirksamkeit der Schutzeinrichtung unter anderem durch folgende Maßnahmen gewährleisten.

  1. Das Verlegen einer neuen Leitung mit größerem Querschnitt.
  2. Eine zusätzliche Absicherung mit einem Fehlerstrom-Schutzschalter (FI-Schalter). Die Überstrom-Sicherungseinrichtung dient dann nur noch dem Leitungsschutz. Gefährliche Körperströme werden dagegen frühzeitig durch den FI-Schalter unterbunden.

Wir beraten Sie gerne!

Die GP Prüfservice GmbH in Dortmund ist Ihr Experte für DGUV V3 Prüfungen. Unser Team blick auf mehr als 50 Jahre Erfahrungen mit Elektromotoren und Industrieservice zurück. Wir übernehmen für Sie die Prüfung elektrischer Anlagen und Betriebsmittel in NRW und bundesweit.

Suchen Sie einen unabhängigen Inspektionspartner?

Normec bietet fachkundige und unabhängige Inspektionen für sichere Gebäude, Anlagen und Einrichtungen.

Kontaktieren Sie uns

Füllen Sie das Formular aus und wir werden uns in Kürze mit Ihnen in Verbindung setzen.

Name
Datenschutzerklärung 

Angebot anfordern

Füllen Sie das Formular aus und wir werden uns in Kürze mit Ihnen in Verbindung setzen.

Name
Datenschutzerklärung 

Verwandte Artikel

Ein Techniker führt Inspektions- oder Wartungsarbeiten an einem geöffneten Schaltschrank durch.
19 Aug. 2026

Prüfung ortsfester elektrischer Anlagen

Ortsfeste elektrische Anlagen müssen nach der Inbetriebnahme, nach Änderungen sowie in regelmäßigen Abständen durch eine Elektrofachkraft überprüft werden. Mit mehr als 50 Jahren Erfahrung im Industrieservice weiß GP Prüfservice genau, worauf es ankommt.

Ein Techniker führt Messungen in einem geöffneten Schaltschrank mit Verkabelung und Komponenten durch.
19 Aug. 2026

DGUV V3 Prüfung Kosten: Was kostet ein E-Check?

Die regelmäßige DGUV V3 Prüfung, auch E-Check genannt, ist gesetzlich vorgeschrieben. Erfahren Sie in diesem Blogbeitrag, wie sich die Kosten für eine DGUV V3 Prüfung zusammensetzen - und wie Sie mit einer kostenlose Testprüfung durch die Experten der GP Prüfservice zu einem konkreten Angebot kommen.

Eine Person notiert während einer Kontrolle in einer industriellen Umgebung Inspektionsdaten auf einem Klemmbrett.
19 Aug. 2026

E-Check: Warum die Prüfung von Betriebsmitteln so wichtig ist

Der E-Check, die fachgerechte Prüfung von elektrischen Betriebsmittel und Anlagen, ist für Unternehmen in Deutschland Pflicht. Wir erklären, warum das so ist und wann Sie auf der sicheren Seite sind.

19 Aug. 2026

Mit einfachen Mitteln einen Drehstrommotor prüfen – so geht’s

Drehstrommotoren sind die Arbeitstiere unter den Elektromotoren und können auch gegen große Gegenmomente anlaufen. In diesem Beitrag widmen wir uns der Frage, wie man mit einfachen Mitteln einen Drehstrommotor prüfen kann.

Ein Elektrotechniker führt mit Schutzhandschuhen eine Isolationswiderstandsmessung in einem Sicherungskasten durch.
19 Aug. 2026

Elektromotor Fehlersuche: den Motorkondensator prüfen

Ein Großteil der Elektromotoren, die mit ganz normalen 230 Volt-Wechselstrom aus der Steckdose betrieben werden, sind sogenannte Kondensatormotoren. Wenn ein solcher Kondensatormotor streikt, dann trägt das namensgebende Bauteil nicht selten die Schuld daran.

Feste Industrieleiter und Podestkonstruktion auf einem Werksgelände mit Zugang zu Anlagen in der Höhe.
19 Aug. 2026

Gleichstrommotor Instandhaltung - Schritt für Schritt erklärt

Die regelmäßige Wartung und Instandhaltung von Elektromotoren kann Ausfallzeiten verringern, die Fehlerquote bei Elektroprüfungen reduzieren und dadurch entscheidend zum Erfolg eines Industriebetriebs beitragen. In diesem Beitrag erklären wir, wir die regelmäßige Instandhaltung von Gleichstrommotoren abläuft.

19 Aug. 2026

Der Elektromotor läuft nicht an – Diagnose-Tipps vom Experten

Von der Gastronomie-Dunstabzugshaube bis zum Hochdruckreiniger, von der Kreissäge bis zum Gabelstapler - in vielen Bereichen sind wir davon abhängig, dass Elektromotoren funktionieren. Die Experten der GP Prüfservice geben Tipps für den Fall, dass der Elektromotor nicht läuft.

Verwandte Dienstleistungen

Expert die een brandveiligheidsinspectie uitvoert met behulp van een VDS-inspectie voor het controleren van de brandveiligheid in een gebouw.

VdS-Prüfung elektrischer Anlagen

Niederspannungsprüfung

Anlagen für erneuerbare Energien

DGUV V3-Prüfung

Thermografie

Prüfung von Arbeitsmitteln

Maschinensicherheit